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Helios 44-2 vs. Helios 44M: Welche Version liefert das beste wirbelnde Bokeh?

von Jens Bols 0 Kommentare
Helios 44-2 vs. Helios 44M: Which Version Gives the Best Swirly Bokeh? - OldCamsByJens

Wenn du dich länger als fünf Minuten in der Vintage-Kamera-Community aufhältst, wirst du garantiert vom Helios-Objektiv hören. Es ist fast schon ein Ritual. Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal, als ich ein Helios 58mm f/2 aus der Sowjetzeit an meine spiegellose Kamera adaptiert habe. Ich stand in meinem Garten, richtete es auf einen Freund, der vor ein paar Bäumen stand, und als ich auf das Display meiner Kamera schaute, sah der Hintergrund aus wie ein wunderschöner, wirbelnder Strudel. Ich war sofort begeistert.

Aber wenn du dich schließlich entscheidest, eines dieser legendären sowjetischen Metallstücke zu kaufen, merkst du schnell etwas Verwirrendes: Es gibt nicht nur ein Helios-Objektiv. Die Sowjetunion hat über mehrere Jahrzehnte Millionen dieser Objektive hergestellt, was zu einem riesigen Stammbaum an Varianten führt. Die zwei häufigsten Modelle, auf die du stoßen wirst, sind das Helios 44-2 und das Helios 44M. Beide sind 58mm, beide haben f/2 und beide bieten diesen berühmten wirbelnden Hintergrundunschärfe-Effekt. Aber sie fühlen sich tatsächlich unterschiedlich an, liegen anders in der Hand und fotografieren unterschiedlich.

Wenn du also diesen traumhaften, unperfekten, wirbelnden Hintergrund für deine Porträts suchst, welches solltest du dann wählen? Lass uns die Unterschiede, Eigenheiten und die absolute Magie beider Objektive erklären.

Warum wirbelt das Helios eigentlich?

Bevor wir diese beiden Objektive direkt vergleichen, ist es hilfreich zu wissen, warum der Hintergrund überhaupt wirbelt. Die Helios 44-Serie ist im Grunde eine sowjetische Kopie des deutschen Carl Zeiss Jena Biotar. Nach dem Zweiten Weltkrieg landeten die Baupläne für das Biotar in der Sowjetunion, und sie bauten es mit ihren eigenen Fertigungsprozessen nach.

Der berühmte Wirbel ist eigentlich völlig unbeabsichtigt. Es ist ein optischer Fehler. In modernen Objektivdesigns arbeiten Ingenieure unermüdlich daran, Dinge wie optische Vignettierung und Feldwölbung zu korrigieren. Aber die Helios-Objektive sind voll von diesen optischen Unvollkommenheiten. Wenn du bei f/2 offenblendig fotografierst, dehnen sich die unscharfen Lichtpunkte am Rand des Bildes zu scharfen ovalen Formen aus, die oft als Katzenaugen-Bokeh bezeichnet werden. Weil diese Ovale zum Bildzentrum hin ausgerichtet sind, entsteht die Illusion, dass der Hintergrund um dein Motiv herumwirbelt. Es ist fehlerhaft, es ist chaotisch, und es ist absolut schön.

Das Helios 44-2: Der chaotische Klassiker

Wenn die meisten Leute von maximalem Wirbel sprechen, meinen sie meistens das Helios 44-2. Hauptsächlich in den 1970er und frühen 1980er Jahren produziert, bietet dieses Objektiv das ungefilterte, rohe Vintage-Erlebnis.

Physisch ist das 44-2 seltsam, wenn du nur moderne Objektive kennst. Es verfügt über ein Blenden-Voreinstellungssystem, das viele Anfänger verwirrt. Es gibt zwei Ringe vorne am Objektiv. Ein Ring rastet in die gewünschte Blendenzahl ein und wirkt als fester Anschlag. Der zweite Ring dreht sich stufenlos, um die Blendenlamellen bis zu diesem voreingestellten Wert zu öffnen oder zu schließen. Das bedeutet, du fokussierst bei Offenblende f/2, um das meiste Licht zu bekommen, und drehst dann den zweiten Ring sanft, um schnell auf die gewählte Blende zu schließen, ohne hinzuschauen.

Dieses stufenlose Blenden-System macht das 44-2 bei Videografen sehr beliebt, weil man die Belichtung während der Aufnahme ohne störende Klickgeräusche sanft anpassen kann.

Optisch hat das 44-2 sehr primitive Einzelvergütungen. Es neigt zu starkem Streulicht, wenn es in Richtung einer Lichtquelle zeigt, was das Bild mit wunderschönen goldenen Bernstein-Tönen überstrahlt. Es hat außerdem acht Blendenlamellen, was hilft, das Bokeh auch bei etwas abgeblendeter Blende relativ rund zu halten. Da die Optik älter und weniger verfeinert ist, ist der Wirbeleffekt sehr ausgeprägt. Wenn du maximalen Vintage-Charakter und Chaos willst, ist das dein Objektiv.

Das Helios 44M: Der stabilere Nachfolger

Das Helios 44M wurde als Weiterentwicklung des Designs eingeführt. Die sowjetischen Ingenieure entschieden sich, das mechanische Gehäuse zu modernisieren und das eigenwillige Doppelring-Voreinstellungssystem durch eine viel standardmäßigere Lösung zu ersetzen.

Das 44M hat einen einzigen, traditionellen Blendenring mit Rastungen am hinteren Teil des Objektivs. Außerdem wurde ein automatischer Blendenstift an der Unterseite des M42-Gewindes eingeführt. Bei alten M42-Filmkameras drückte die Kamera diesen Stift beim Auslösen nach unten, um die Blende zu schließen. Wenn du das 44M an eine moderne Digitalkamera adaptierst, brauchst du nur einen M42-Adapter mit eingebauter Auflage, die diesen Stift dauerhaft nach unten drückt – das ist bei fast allen guten Adaptern Standard.

Es gibt auch optische Unterschiede. Das 44M hat meist nur sechs Blendenlamellen. Bei Offenblende f/2 ist das Bokeh komplett rund und wirbelnd. Sobald du aber auf f/2,8 oder f/4 abblendest, verwandeln sich die unscharfen Lichtpunkte in sehr deutliche kleine Hexagone. Manche lieben diesen Hexagon-Look, andere bevorzugen die weicheren, achtlamelligen Kreise des 44-2.

Die 44M-Serie erhielt auch verbesserte Vergütungen, besonders bei späteren Versionen wie dem 44M-4 oder 44M-6. Diese Modelle sind mehrfach vergütet, was besseren Kontrast, bessere Farbsättigung und etwas schärfere Bilder in der Bildmitte bringt. Sie neigen zwar immer noch zu Streulicht, kommen aber mit hellem Sonnenlicht viel besser klar als das 44-2. Der Nachteil ist, dass der Wirbeleffekt durch die bessere Korrektur etwas weniger stark ausfällt.

Wie man den Wirbeleffekt wirklich erzielt

Hier ein Geheimnis, das dir niemand verrät, wenn du dein erstes Helios kaufst: Der Wirbel hängt komplett davon ab, wie du dein Bild aufbaust. Du kannst das Objektiv nicht einfach auf eine flache Wand richten und Magie erwarten. Egal ob 44-2 oder 44M, du musst drei goldene Regeln befolgen, damit der Hintergrund wirbelt.

  • Offenblendig fotografieren: Du musst unbedingt bei f/2 fotografieren. Sobald du abblendest, verschwindet die optische Vignettierung und der Wirbel ist weg.
  • Den richtigen Abstand finden: Dein Motiv sollte relativ nah an der Kamera sein. Meistens liegt der ideale Abstand bei etwa einem Meter bis anderthalb Metern. Wenn du auf unendlich fokussierst, bekommst du keinen Wirbel.
  • Einen unruhigen Hintergrund wählen: Der Wirbel braucht Textur, um sichtbar zu werden. Du möchtest einen Hintergrund mit viel Kontrast und kleinen Lichtpunkten. Baumblätter mit Sonnenlicht, Lichterketten oder unregelmäßige urbane Landschaften funktionieren am besten. Der Hintergrund sollte etwa drei bis fünf Meter hinter deinem Motiv liegen.

Das endgültige Urteil: Welches solltest du kaufen?

Ehrlich gesagt kannst du mit keinem der beiden Objektive etwas falsch machen. Beide bieten ein Aufnahmeerlebnis, das moderne Autofokus-Objektive komplett vermissen lassen. Die Handhabung dieser schweren, komplett aus Metall gefertigten manuellen Objektive zwingt dich, langsamer zu werden, über dein Licht nachzudenken und dich wirklich auf den Prozess der Fotografie einzulassen.

Wenn du den absoluten Charakter, die stärksten Flares, das rundeste Bokeh bei f/2,8 und kein Problem mit einem etwas verwirrenden Doppelring-Blenden-System möchtest, solltest du das Helios 44-2 suchen. Es ist der König des chaotischen, traumhaften, kontrastarmen Vintage-Looks.

Wenn du eine robustere Bauweise, etwas schärferen Fokus in der Bildmitte, höheren Kontrast und einen traditionellen, gerasteten Blendenring bevorzugst, der sich normal bedienen lässt, ist das Helios 44M die beste Wahl. Es liegt genau im Sweet Spot zwischen Vintage-Charme und zuverlässiger Alltagstauglichkeit.

Bist du bereit, den legendären sowjetischen Wirbel selbst auszuprobieren? Egal, ob du es an deine digitale spiegellose Kamera adaptierst oder an eine klassische M42-Filmkamera schraubst – ein Helios zu kaufen ist eine der günstigsten und spaßigsten Möglichkeiten, deine Fotografie zu verändern. Du kannst in unserem aktuellen Bestand stöbern und hier ein Helios 44-Objektiv finden, um loszulegen. Vergiss dabei nicht, auch unsere M42-Adapter und andere Vintage-Objektive anzuschauen. Vertrau mir, wenn du einmal anfängst, diese alten Metallobjektive manuell zu fokussieren, willst du vielleicht nie wieder zu klinisch modernen Gläsern zurückkehren.

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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