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Wie man den Blendenring für Video entklickt (ohne das Objektiv zu beschädigen)

von Jens Bols 0 Kommentare
How to De-Click an Aperture Ring for Video (Without Breaking Your Lens) - OldCamsByJens

Videoaufnahmen mit vintage manuellen Fokusobjektiven sind wohl eine der schnellsten Methoden, um modernen digitalen Aufnahmen Seele, Charakter und ein filmisches Gefühl zu verleihen. Die Flares sind wild, der Kontrastabfall wunderschön, und der mechanische Fokus fühlt sich unendlich besser an als das Focus-by-Wire-Gedöns moderner Autofokus-Objektive. Aber es gibt ein großes Problem, das herkömmliches Vintage-Glas in der Videowelt zurückhält: das Blenden-Klicken.

Seien wir ehrlich. Wenn du schon einmal versucht hast, während einer Aufnahme die Belichtung mit einem normalen Vintage-Fotoobjektiv anzupassen, kennst du den Kampf. Das Licht ändert sich, wenn eine Wolke die Sonne verdeckt, du greifst nach unten, um die Blende zu öffnen, und bekommst einen aggressiven, ruckartigen Sprung in der Belichtung, wenn der Ring von f/5.6 auf f/4 schnippt. Schlimmer noch: Wenn dein Mikrofon in der Nähe der Kamera ist, hat es definitiv dieses laute metallische Klickgeräusch aufgenommen.

Für dedizierte Videoarbeiten möchtest du einen sanften, stufenlosen Blendenring, oft als cineastische Iris bezeichnet. Echte Cinema-Objektive kosten Tausende von Euro, aber die gute Nachricht ist, dass du fast jedes Vintage-Objektiv so modifizieren kannst, dass es sich wie eines verhält. Das nennt man „De-Clicking“, und obwohl es beängstigend klingt, mit einem Schraubenzieher an deinem Lieblingsglas herumzuschrauben, verspreche ich dir, dass es tatsächlich eine der einfachsten DIY-Objektivmodifikationen ist, die du machen kannst.

Warum Klickt das Objektiv Überhaupt?

Bevor wir etwas auseinandernehmen, hilft es zu verstehen, wie der Mechanismus eigentlich funktioniert. Das Klickgefühl ist kein komplexes, hochentwickeltes Zahnradsystem, das das Objektiv zusammenhält. Es ist unglaublich einfach. Im Inneren des Objektivs, direkt unter dem Blendenring, befindet sich normalerweise eine winzige Metallfeder mit einer ebenso winzigen Metallkugel darauf.

Die Innenseite des Blendenrings hat kleine Vertiefungen oder Rillen eingearbeitet. Immer wenn du den Ring drehst, drückt die Feder die Kugel in die nächste Rille, was das fühlbare Schnappen und das Klickgeräusch erzeugt. Um das Objektiv zu entklicken, müssen wir physisch nur diese kleine Kugel entfernen, damit der Ring sanft gleitet, ohne irgendwo hängen zu bleiben.

Werkzeuge, die du wirklich brauchst

Versuche das nicht mit dem billigen, stumpfen Schraubenzieher aus deiner Küchenschublade. Eine winzige Schraube an einem Vintage-Objektiv zu beschädigen, ist ein Albtraum, den du vermeiden willst. Du brauchst nur ein paar grundlegende Dinge, um das sicher zu machen.

  • JIS-Schraubenzieher: Wenn du an einem japanischen Objektiv wie einem Canon FD, Minolta oder Pentax arbeitest, sind die Schrauben JIS (Japanese Industrial Standard), nicht normale Phillips. Ein Phillips-Schraubenzieher beschädigt sie. Kaufe ein kleines, präzises JIS-Schraubenzieher-Set.
  • Gute Pinzette: Du brauchst eine feinspitze Metallpinzette, um die winzige Kugel und Feder sicher herauszuziehen.
  • Ein sauberer Arbeitsplatz: Eine magnetische Silikon-Reparaturmatte ist ideal, aber ein sauberer, gut beleuchteter Schreibtisch mit einem weißen Handtuch funktioniert auch. Das Handtuch verhindert, dass herunterfallende Schrauben ins Nichts springen.
  • Deine Handykamera: Du wirst sie benutzen, um bei jedem Schritt Referenzfotos zu machen, damit du genau weißt, wie alles wieder zusammengebaut wird.

Schritt-für-Schritt: Den Blendenring befreien

Jedes Vintage-Objektivmodell ist etwas anders gebaut, also betrachte das als allgemeine Anleitung. Manche Objektive sind unglaublich einfach und erfordern nur das Entfernen des Bajonettanschlusses, während andere dich bitten, ein paar interne Blendenklappen abzunehmen. Nimm dir Zeit und zwinge niemals etwas. Wenn es sich fest anfühlt, gibt es wahrscheinlich eine versteckte Madenschraube, die du übersehen hast.

Schritt 1: Vorbereitung und Dokumentation

Räume deinen Schreibtisch frei, lege dein Handtuch oder deine Matte aus und lege das Objektiv mit der Vorderseite nach unten auf eine weiche Unterlage. Schau dir den hinteren Anschluss an. Du wirst typischerweise drei oder vier kleine Schrauben sehen, die den silbernen Bajonettanschluss am Objektivkörper halten. Bevor du etwas abschraubst, mach ein klares Foto von der Rückseite des Objektivs. Du möchtest genau dokumentieren, wo die Blendenhebel und Stifte sitzen, wenn das Objektiv vollständig montiert ist.

Schritt 2: Bajonettanschluss entfernen

Schraube vorsichtig die Schrauben des hinteren Anschlusses heraus. Übe dabei festen Druck nach unten aus, damit dein Schraubenzieher nicht abrutscht. Sobald die Schrauben draußen sind, hebe den silbernen Anschluss vorsichtig gerade nach oben ab. Manchmal ist der Blendenmechanismus mit einer Hebelfeder verbunden, die an diesem Anschluss befestigt ist. Wenn du Widerstand spürst, halte an, schau darunter und mach ein weiteres Foto, damit du weißt, wie die Hebel ineinandergreifen. Lege den Anschluss und die Schrauben sicher in einen kleinen Behälter.

Schritt 3: Blendenring abheben

Mit entferntem Anschluss sollte der Blendenring (der Ring mit den f-Zahlen) jetzt freiliegen. Ziehe den Ring langsam gerade nach oben vom Objektivkörper ab. Mach das sehr vorsichtig! Denk daran, dass darunter eine winzige Feder und Kugel sitzen, und wenn du den Ring zu schnell abziehst, kann die mikroskopisch kleine Kugel durch den Raum fliegen und für immer verschwinden.

Schritt 4: Kugel herausnehmen

Schau dir das freiliegende innere Rohr des Objektivs an. Meistens sitzt in einem kleinen gebohrten Loch an der Seite der Übeltäter: die winzige Stahlkugel und die darunterliegende Feder. Nimm deine Pinzette und ziehe die Kugel vorsichtig heraus. Ziehe dann die Feder heraus. Packe beide winzigen Teile in einen kleinen, verschließbaren Plastikbeutel und beschrifte ihn mit dem Objektivmodell. Wirf sie niemals weg, falls du das Objektiv irgendwann an einen Fotografen verkaufen möchtest, der das Klickgeräusch zurückhaben will.

Schritt 5: Zusammenbau

Jetzt einfach rückwärts vorgehen. Schiebe den Blendenring wieder an seinen Platz. Richte die Hebel am Bajonettanschluss mit Hilfe der Fotos auf deinem Handy aus. Setze den Anschluss wieder ein, schraube die Schrauben ein und ziehe sie gleichmäßig fest, indem du zwischen den Schrauben wechselst, als würdest du einen Autoreifen wechseln, damit der Anschluss perfekt plan aufliegt.

Der Dämpfungsfett-Trick (Optional, aber empfohlen)

Wenn du alles wieder zusammengebaut hast und deinen neu entklickten Blendenring drehst, bemerkst du vielleicht ein neues Problem. Ohne die Kugel, die ihn an Ort und Stelle hält, fühlt sich der Ring zu locker an. Ein versehentlicher Fingerstreich am Objektiv könnte plötzlich deine Belichtung verändern.

Echte Cinema-Objektive fühlen sich schwer und butterweich an, weil sie mit hochviskosem Dämpfungsfett gefüllt sind. Wenn du dieses Premium-Gefühl möchtest, kannst du eine winzige, mikroskopische Menge eines schweren Dämpfungsfetts (wie Nyogel 767A) auf die innere Reibungsbahn des Blendenrings auftragen, bevor du ihn wieder aufsetzt. Du musst extrem vorsichtig sein, dass kein Fett an die eigentlichen Blendenlamellen gelangt, da fettige Lamellen kleben und das Objektiv ruinieren. Dieser Schritt ist streng optional, aber er hebt die Modifikation vom „DIY-Hack“ zu einem wirklich professionell anmutenden Video-Werkzeug.

Ein Übungsobjektiv finden

Ich empfehle dringend, diese Operation nicht an deinem wertvollen, super seltenen, teuren Vintage-Porträtobjektiv beim ersten Mal durchzuführen. Der Prozess ist einfach, aber es ist leicht, nervös zu werden.

Wenn du ein entklicktes Vintage-Cinema-Set aufbauen möchtest, fang am besten mit etwas Günstigem zum Üben an. Es gibt Millionen fantastischer, sehr erschwinglicher Vintage-50mm-Objektive, die sich hervorragend als Trainingsobjekt eignen und sowieso wunderschöne Videos machen. Du findest viele tolle Optionen, wenn du unsere Sammlung standardmäßiger manueller Fokusobjektive durchstöberst oder gezielt nach erschwinglichen Minolta-Objektiven suchst. Wenn du erst einmal ein günstiges Fünfzigstel entklickt hast und merkst, wie einfach der Prozess wirklich ist, wirst du süchtig danach sein, dein eigenes, komplett individuell angepasstes, butterweich laufendes Vintage-Video-Setup aufzubauen.

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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