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Steigen Sie in die Großformatfotografie ein, ohne Ihr Budget zu sprengen

von Jens Bols 0 Kommentare
Step Up to Large Format Photography Without Breaking the Bank - OldCamsByJens

Du fotografierst schon eine Weile mit 35mm. Wahrscheinlich hast du unterwegs eine Mittelformatkamera entdeckt, ein paar Rollen 120er Film belichtet und dich in den enormen Sprung in der Auflösung verliebt. Aber dann stolperst du unweigerlich über ein YouTube-Video, in dem ein Fotograf ein riesiges Blatt Film in eine Holzkamera schiebt, ein Dunkeltuch über den Kopf wirft und ein Negativ in Postkartengröße produziert. Plötzlich kribbelt es in den Fingern.

Ich verstehe das. Vor ein paar Jahren dachte ich, Großformatfotografie sei ausschließlich etwas für pensionierte Zahnärzte, Landschaftspuristen und Leute mit endlosen Bankkonten. Wenn man die Preise für nagelneue faltbare Feldkameras und moderne deutsche Objektive sieht, ist es leicht, den Tab sofort zu schließen und aufzugeben. Aber Großformat – speziell 4x5 – ist absolut machbar mit einem normalen, realistischen Budget. Man muss nur genau wissen, wo man suchen muss und an welchen Stellen man ohne Qualitätsverlust Abstriche machen kann.

Das Kameragehäuse: Vergiss vorerst das edle Holz

Hier ein Geheimnis über Großformatkameras: Sie sind im Grunde nur lichtdichte Kästen mit einem Balgen in der Mitte. Das Kameragehäuse selbst hat absolut keinen Einfluss auf die Schärfe oder Qualität deines Bildes. Die Bildqualität kommt komplett vom Objektiv und deinem Film. Deshalb musst du nicht sofort tausend Euro für eine wunderschöne, handgefertigte Kirschholzkamera ausgeben.

Der Presskamera-Weg

Wenn du eine sehr portable Kamera suchst, die sich schön in eine Metall- oder Ledertasche zusammenfalten lässt, dann schau nach Vintage-Presskameras. Die Graflex Crown Graphic oder Speed Graphic sind legendär. Diese Kameras wurden von Zeitungsreportern in den 1940er und 1950er Jahren benutzt. Sie sind unglaublich robust gebaut, lassen sich mit sicher verstautem Objektiv zusammenfalten und du kannst sie sogar problemlos aus der Hand fotografieren, wenn du möchtest. Am besten ist, dass du oft eine stark gebrauchte, aber voll funktionsfähige Crown Graphic für ein paar hundert Euro findest, die fast immer mit Objektiv verkauft wird.

Der Studio-Monorail-Weg

Wenn dein Budget sehr knapp ist und du nichts dagegen hast, etwas Schweres zu tragen, sind Studio-Monorail-Kameras das ultimative Schnäppchen. Schau nach Modellen wie der Calumet CC400, der Sinar F oder einer älteren Cambo SC. Da es sich um sperrige Metallkameras handelt, die für schwere Studio-Stative gebaut sind, will niemand sie auf einen Berg schleppen. Weil sie niemand tragen will, findest du diese Gehäuse manchmal für unter hundert Euro. Sie bieten eine unglaubliche Menge an Bewegungen (Kippen, Verschieben, Anheben und Absenken), sodass du die technische Magie des Großformats ohne den hohen Preis lernen kannst.

Objektive: Ältere sind völlig in Ordnung

Im Gegensatz zu kleineren Formaten besitzen Großformatobjektive eigene mechanische Lamellenverschlüsse. Wenn du ein Objektiv kaufst, kaufst du Glas und Verschluss als eine Einheit. Es ist verlockend, sich die riesigen, modernen Rodenstock- oder Schneider-Objektive anzusehen, aber die leeren sofort dein Konto.

Schau stattdessen nach den Vintage-Klassikern. Eine Standardbrennweite für 4x5 liegt bei etwa 150mm (was einem Bildwinkel ähnlich einem 45mm-Objektiv an einer 35mm-Kamera entspricht). Ältere Objektive wie das Schneider-Kreuznach Symmar 150mm f/5.6 oder das Fujinon W 135mm f/5.6 sind spektakulär scharf. Die älteren Kodak Ektar 127mm f/4.7-Objektive, die oft vorne an Presskameras festgeklebt sind, sind ebenfalls überraschend gut für Schwarzweiß-Arbeiten.

Beim Kauf von günstigen Objektiven achte mehr auf den Verschluss als auf das Glas. Ein kleiner Kratzer auf dem vorderen Linsenelement schadet deinem Bild bei weitem nicht so sehr wie ein klemmender Verschluss, der bei 1/2 Sekunde auslöst, obwohl er bei 1/50 Sekunde auslösen sollte. Suche nach Angeboten, die bestätigen, dass die Verschlusszeiten korrekt funktionieren.

Filmhalter und die wichtigen Kleinigkeiten

Im Großformat lädst du keine Filmrolle, sondern zwei Filmblätter (im stockdunklen Raum) in einen doppelseitigen Plastikfilmhalter. Du brauchst mehrere davon. Suche nach gebrauchten Lisco Regal oder Fidelity Elite Haltern. Die werden meist in Sets relativ günstig verkauft. Um sie bei Ankunft zu testen, stell dich einfach in einen hellen Raum, zieh die Dunkelplatte leicht heraus und leuchte mit einer Taschenlampe an den Rändern, um Lichtlecks zu prüfen.

Es gibt ein paar weitere kleine Zubehörteile, auf die du nicht verzichten kannst, die du aber günstig selbst improvisieren kannst:

  • Ein Dunkeltuch: Du brauchst etwas, das die Sonne abschirmt, damit du das Bild auf dem Mattscheibe sehen kannst. Kauf kein teures, 80-Euro wasserdichtes Fokussiertuch. Geh in einen Secondhand-Laden und kauf ein schweres, übergroßes schwarzes T-Shirt. Steck deinen Kopf durch den Halsausschnitt und zieh den unteren Saum über die Kamera. Funktioniert perfekt.
  • Eine Fokussierlupe: Um den kritischen Fokus zu treffen, musst du die Mattscheibe vergrößern. Statt eine spezielle Großformatlupe zu kaufen, greif in deine Tasche und hol ein altes 50mm-Objektiv mit manuellem Fokus heraus. Öffne die Blende ganz, schau durch das Objektiv rückwärts und drücke es gegen die Mattscheibe. Kostenlose Lupe!

Die Filmkosten niedrig halten

Reden wir über die laufenden Kosten. Jedes Mal, wenn du den Verschluss einer 4x5-Kamera drückst, verbrauchst du eine ordentliche Fläche Film. Wenn du Kodak Portra 400 verwendest, kostet dich jedes Blatt schnell fünf oder sechs Dollar. Wenn du einen Fehler machst, tut das weh.

Mein Tipp? Fang mit Fomapan 100 oder Fomapan 200 Schwarzweißfilm an. Eine Packung mit 50 Blatt kostet meist um die vierzig bis fünfzig Euro. Damit sinken deine Kosten auf unter einen Euro pro Bild, was den Lernprozess viel entspannter macht. Es ist eine schöne, klassische Emulsion, die Kontraste sehr gut handhabt.

Um deinen Film günstig zu entwickeln, brauchst du keinen teuren Tageslicht-Entwicklertank. Geh zum Euroshop, kauf drei billige Plastikbehälter, die etwas größer als 4x5 Zoll sind, und entwickle deine Blätter in einem komplett dunklen Schrank. Die Entwicklung in Schalen lehrt dich eine tolle haptische Disziplin und kostet buchstäblich nur drei Euro für den Start.

Dein Kit komplett machen

Der Sprung ins 4x5 erfordert Geduld, aber in dem Moment, in dem du das erste riesige, hochdetaillierte Negativ aus der Entwicklung ziehst, macht jede Sekunde Aufwand Sinn. Wenn du dein Budget-Kit zusammenstellst, gibt es nur ein paar technische Teile, bei denen du nicht sparen solltest. Da du komplett manuell fotografierst und Blattfilm kostbar ist, ist ein genauer Belichtungsmesser ein absolutes Muss. Außerdem brauchst du einen zuverlässigen Kabelauslöser, damit du beim Auslösen des Lamellenverschlusses keine Verwacklungen verursachst. Wenn du nach diesen Essentials suchst, kannst du einen zuverlässigen Belichtungsmesser und einen soliden Kabelauslöser direkt in unserem Shop finden, um dein Setup startklar zu machen. Nimm dir Zeit, genieße den unglaublich langsamen Prozess und mach dich bereit, die Welt auf der Mattscheibe komplett auf dem Kopf und spiegelverkehrt zu sehen.

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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