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Telekonverter erklärt: Wie Sie mehr Reichweite erhalten, ohne ein neues Objektiv zu kaufen

von Jens Bols 0 Kommentare
Teleconverters Explained: How to Get More Reach Without Buying a New Lens - OldCamsByJens

Wir alle hatten schon diesen frustrierenden Moment. Du bist auf einer Wanderung und entdeckst plötzlich einen Fuchs auf der anderen Seite eines Feldes, oder du bist an einer Rennstrecke und versuchst, eine Nahaufnahme eines Autos in der Kurve zu machen. Du hebst deine Kamera ans Auge, schaust durch dein bewährtes Standardzoom und merkst, dass dein Motiv im Bild immer noch nur ein winziger, unbedeutender Punkt ist. Du brauchst mehr Reichweite.

Natürlich ist der erste Instinkt, online nach einem speziellen 300mm oder 400mm Teleobjektiv zu suchen. Und dann kommt der Schock beim Preis. Große Gläser bedeuten viel Geld, ganz zu schweigen von einer richtig schweren Kameratasche, die deine Schultern am Ende des Tages schmerzen lässt. Aber es gibt einen cleveren kleinen Trick, den Fotografen seit Jahrzehnten nutzen: den Telekonverter.

Was genau ist ein Telekonverter?

Einfach gesagt ist ein Telekonverter ein kleines Rohr mit vergrößernden Optiken, das direkt zwischen Kameragehäuse und Objektiv montiert wird. Man kann ihn sich vorstellen wie eine spezielle Lupe für deinen Sensor oder die Filmebene. Seine einzige Aufgabe ist es, deine vorhandene Brennweite zu multiplizieren.

Üblicherweise gibt es sie in zwei Standardvarianten: 1,4x und 2x. Ein 1,4x Konverter multipliziert deine Brennweite mit 1,4, während ein 2x Konverter sie verdoppelt. Wenn du also einen 2x Konverter hinter ein Standard-200mm Objektiv setzt, hast du sofort ein 400mm Objektiv-Setup. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder? Nun, Fotografie ist Physik, und Physik verlangt einen Kompromiss. Lass uns genau anschauen, was passiert, wenn du so ein kleines magisches Rohr zu deinem Equipment hinzufügst.

Die goldene Regel des Lichtverlusts

Hier die Realität: Du kannst ein Bild nicht vergrößern, ohne dabei Licht zu verlieren. Wenn ein Telekonverter das optische Bild auf eine größere Fläche verteilt, um die Bildmitte zu vergrößern, sinkt die Lichtkonzentration.

Bei einem 1,4x Telekonverter verlierst du genau eine Blendenstufe Licht. Bei einem 2x Telekonverter sind es zwei volle Blendenstufen. Schauen wir uns an, was das in der Praxis bedeutet.

  • Mit einem 1,4x Konverter: Ein 200mm f/4 Objektiv wird zu einem 280mm f/5,6 Objektiv.
  • Mit einem 2x Konverter: Dasselbe 200mm f/4 Objektiv wird zu einem 400mm f/8 Objektiv.

Zwei Blendenstufen Lichtverlust sind schon eine große Sache. Wenn du draußen an einem hellen, sonnigen Nachmittag fotografierst, ist eine maximale Blende von f/8 völlig in Ordnung. Aber wenn du bei Dämmerung, tief im Schatten des Waldes oder mit einem langsameren Film wie ISO 100 fotografierst, bedeutet der Verlust von zwei Blendenstufen, dass deine Verschlusszeit drastisch verlängert werden muss, um das auszugleichen. Das erhöht das Risiko von Bewegungsunschärfe, besonders da du jetzt mit einer extra langen Brennweite arbeitest, bei der Verwacklungen stärker sichtbar sind. Du solltest dich also unbedingt an einen Baum lehnen, ein Monopod benutzen oder deine digitale ISO etwas erhöhen, um scharfe Bilder zu erhalten.

Was passiert mit dem Autofokus?

Wenn du hauptsächlich mit moderner Ausrüstung oder spätfilmzeitlichen Autofokus-Objektiven fotografierst, musst du den eben besprochenen Lichtverlust genau beachten. Autofokussensoren der Kamera benötigen eine bestimmte Lichtmenge, um richtig zu funktionieren. Historisch gesehen geben viele ältere digitale und analoge Autofokussysteme einfach auf, wenn die maximale Blende unter f/5,6 fällt.

Setzt du einen 2x Konverter auf ein f/4 bis f/5,6 Zoomobjektiv, kann deine maximale Blende am langen Ende plötzlich f/11 sein. Dein Sucher wird sehr dunkel, und dein Autofokus wird wahrscheinlich anfangen, hin und her zu „jagen“, ohne jemals auf das Motiv zu fokussieren, oder er gibt einfach komplett auf.

Deshalb bevorzuge ich tatsächlich die Verwendung von Konvertern mit älteren, vollmechanischen Systemen. Ein solch wunderschön konstruiertes, komplett aus Metall gefertigtes manuelles Objektiv aus den 70ern oder 80ern mit einem Telekonverter zu kombinieren, macht richtig Spaß. Da du den Fokusring selbst drehst, musst du dir keine Sorgen machen, dass der Autofokusmotor versagt. Du schaust einfach durch den Sucher, stellst dein Fokussierbild ein und machst das Foto. Das ist eine fantastische, unglaublich günstige Möglichkeit, in Bereiche wie Amateur-Astrofotografie oder Vogelbeobachtung einzusteigen, ohne eine Monatsmiete für ein Super-Teleobjektiv auszugeben.

Bildqualität: Verstärkt er nur Fehler?

Reden wir über das Glas selbst. Ein Telekonverter schneidet im Grunde in den Bildkreis deines Objektivs hinein und streckt ihn so, dass er den Film- oder Sensorrahmen ausfüllt. Das bedeutet, er vergrößert alles. Die gute Nachricht ist, dass Objektive meist in der Bildmitte am schärfsten sind. Die schlechte Nachricht ist, dass er auch die optischen Fehler deines Objektivs vergrößert.

Setzt du einen Telekonverter auf ein unglaublich scharfes Festbrennweitenobjektiv, wirst du wahrscheinlich sehr gute, gut nutzbare Ergebnisse erzielen. Es kann einen leichten Kontrastverlust geben, aber nichts, was ein bisschen Nachbearbeitung oder Dunkelkammer-Techniken wie Abwedeln und Nachbelichten nicht beheben könnten. Wenn du jedoch einen billigen Telekonverter auf ein weiches, günstiges Zoomobjektiv setzt, das bereits mit chromatischen Aberrationen (diese unschönen lila und grünen Farbsäume an kontrastreichen Kanten) zu kämpfen hat, wird der Konverter diese Fehler nur verstärken. Die goldene Regel lautet hier einfach: schlechtes Glas mal zwei ergibt wirklich schlechtes Glas.

Beim Stöbern wirst du feststellen, dass ältere Vintage-Konverter oft als „4-Elemente“ oder „7-Elemente“ Designs angeboten werden. Die 4-Elemente-Modelle sind sehr günstig und klein, führen aber meist zu weicheren Bildrändern. Wenn du einen Vintage-7-Elemente-Konverter findest, schlag zu. Die zusätzlichen optischen Elemente korrigieren Aberrationen und halten das Bild von Ecke zu Ecke so scharf wie möglich.

Achte auf die physische Kompatibilität

Bevor du einen Konverter an dein Lieblingsobjektiv schraubst, solltest du den physischen Abstand prüfen. Um maximale optische Qualität zu erreichen, haben hochwertige 1,4x Konverter oft ein vorderes Glaselement, das nach außen wölbt und über die Metallfassung hinaussteht. Das bedeutet, dass es physisch in das hintere Ende des Objektivs hineinragt, an das du es montierst.

Hat dein Objektiv ein hinteres Glaselement, das bündig mit der Fassung abschließt, wird ein hervorstehender Telekonverter es definitiv beschädigen, zerkratzen und dir den Tag verderben. Prüfe also immer, ob ein Objektiv physisch kompatibel ist, bevor du montierst. Die meisten Standard-2x Konverter haben dieses hervorstehende Element nicht und sind sicherer für eine größere Auswahl an Objektiven, aber es schadet nie, den Abstand manuell zu kontrollieren.

Das Fazit: Lohnt es sich?

Ganz ehrlich? Ja. Ich finde, jeder Fotograf sollte einen solchen Konverter in seiner Tasche haben. Sie nehmen weniger Platz ein als eine Getränkedose, wiegen praktisch nichts und können ein Foto retten, wenn die Motive einfach nicht näher kommen.

Sie sind kein perfekter Ersatz für ein großes, spezielles Teleobjektiv. Ein echtes 400mm f/2,8 Objektiv wird in jeder Hinsicht besser sein als ein 200mm Objektiv mit 2x Konverter – außer beim Gewicht, Preis und der Bequemlichkeit.

Wenn du das Ganze ausprobieren möchtest, ohne viel Geld auszugeben, gibt es eine riesige Welt an gebrauchter Ausrüstung, die auf ein neues Leben wartet. Das Stöbern durch Vintage- Telekonverter ist ehrlich gesagt eine meiner liebsten Methoden, um mit einem einfachen Kit etwas mehr Reichweite herauszuholen. Du findest oft hervorragende Geräte von Marken wie Vivitar, Kenko oder echten Kameraherstellern zu einem Schnäppchenpreis.

Wenn du also mal reinschnuppern und einen Multiplikator für dein aktuelles Setup holen möchtest, ist eine schnelle Suche nach einem Telekonverter in unserem Schnellfinder der beste Startpunkt. Ich empfehle immer, zuerst zu prüfen, welchen Kamerabajonett du aktuell nutzt (wie Nikon F, Canon FD oder Pentax K) und einen passenden Konverter zu wählen. Kombiniere ihn mit einem stabilen Stativ, öffne deine Blende und mach dich bereit, die entfernten Motive direkt in deinen Schoß zu holen.

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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