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Die Nikon F-Mount-Zeitleiste: Wie ein Objektivanschluss 60 Jahre überdauerte

von Jens Bols 0 Kommentare
The Nikon F Mount Timeline: How One Lens Mount Survived 60 Years - OldCamsByJens

Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal, als ich ein Vintage, komplett manuelles Nikon-Objektiv aus den 1970er Jahren kaufte und es direkt an meine moderne digitale Nikon-Kamera montierte. Es klickte mit diesem unglaublich befriedigenden, präzisen metallischen Schnappen ein. Keine Adapter, keine komplizierten Modifikationen. Es passte einfach genau so, wie es Jahrzehnte vor meiner Geburt entworfen wurde.

Das ist die Magie des Nikon F-Bajonetts. Eingeführt 1959 zusammen mit der legendären Nikon F-Kamera, hält es den Titel des am längsten verwendeten Wechselobjektivbajonetts in der Fotografiegeschichte. Während andere Kamerahersteller ihre alten Bajonette bei der Einführung des Autofokus komplett aufgaben – und damit ganze Generationen von Objektiven verwaisen ließen – entschied Nikon stur und genial, das F-Bajonett am Leben zu erhalten. Sie verbrachten die nächsten sechs Jahrzehnte damit, es zu optimieren, zu aktualisieren und clevere rückwärtskompatible Lösungen zu entwickeln, um die Lücke zwischen rein mechanischem Uhrwerk und modernem computergesteuertem Autofokus zu überbrücken.

Wenn du in die Filmfotografie einsteigst oder sogar Vintage-Objektive an moderne spiegellose Kameras adaptieren möchtest, ist das Verständnis des Nikon F-Bajonetts praktisch eine Initiation. Die Bezeichnungen – Pre-AI, AI, AI-S, AF, AF-D, AF-S und G-Typ – wirken auf den ersten Blick wie eine ganz eigene Sprache. Aber wenn man sie als Zeitstrahl betrachtet, ergibt alles Sinn. Lass uns gemeinsam die Entwicklung dieses schönen, langlebigen Meisterwerks der Technik durchgehen.

Die Geburt einer Legende: Pre-AI (1959 bis 1977)

1959 war die Fotowelt noch stark von Messsucherkameras dominiert. Doch Nikon sollte mit der Nikon F, einem wirklich professionellen Spiegelreflex-Kamerasystem, das Spiel komplett verändern. Damit kam die ursprüngliche Version des F-Bajonetts, heute als Non-AI oder Pre-AI bezeichnet.

Um dem internen Belichtungsmesser der Kamera zu ermöglichen, die eingestellte Blende des Objektivs zu erkennen, fügte Nikon dem Blendenring einen markanten Metallstift hinzu. Fotografen nennen diese liebevoll „Hasenohren“. Wenn man eines dieser Objektive ansetzte, schob sich ein kleiner Stift des Belichtungsmessers genau zwischen diese Ohren. Dann musste man den berühmten „Nikon Shuffle“ machen – den Blendenring ganz auf die größte Blendenöffnung drehen und wieder zurück –, um das Objektiv mechanisch mit der Kamera zu synchronisieren.

Diese frühen Objektive sind gebaut wie Panzer. Sie haben wunderschöne, gezackte Metallfokusringe und schwere Glaselemente. Wenn du das rein mechanische, haptische Gefühl von Vintage-Ausrüstung liebst, ist ein massives Pre-AI 50mm f/1.4 ein Traum zum Fotografieren. Aber Vorsicht: Ein unverändertes Pre-AI-Objektiv kannst du nicht an die meisten modernen oder späten Film-Nikon-Kameras (wie die FM2 oder FE2) montieren, da die Rückkante des Blendenrings den empfindlichen Messhebel im Bajonett zerdrücken würde. Wenn du in diese wunderschön gefertigten frühen Optiken eintauchen möchtest, ist unsere Sammlung manueller Nikon F-Objektive ein fantastischer Startpunkt.

Vereinfachung des Prozesses: AI und AI-S (1977 bis 1980er Jahre)

Bis 1977 erkannte Nikon, dass der „Nikon Shuffle“ für die schnelle professionelle Arbeit etwas mühsam war. Deshalb führten sie die Automatische Maximale Blendenindexierung ein, kurz AI genannt.

Nikon gestaltete die Rückkante des Blendenrings komplett neu und schnitzte eine spezielle Kerbe hinein. Kameras, die für AI-Objektive ausgelegt waren (wie die beliebten Nikon FM und FE), hatten einen kleinen federbelasteten Hebel am Bajonett. Wenn man ein AI-Objektiv auf die Kamera drehte, hakte die Kerbe einfach in diesen Hebel ein, und die Kamera wusste sofort die maximale Blende. Kein Shuffle mehr! Die „Hasenohren“ blieben bei diesen Objektiven erhalten, damit sie weiterhin mit älteren Kameragehäusen kompatibel waren, allerdings wurden Löcher hineingebohrt, damit Licht für sekundäre Sucher durchscheinen konnte.

1981 aktualisierte Nikon dieses System mit AI-S. Sie machten die Blendensteuerung linear, was technisch bedeutet, dass das Kameragehäuse die Blende nun präzise für Zeitautomatik- und Programmautomatik-Modi (eingeführt bei der Nikon FA) steuern konnte. Für manuelle Fokussierer sind AI- und AI-S-Objektive heute der absolute Höhepunkt von Nikons optischem und mechanischem Design. Sie fokussieren butterweich, sind messerscharf und mit fast allem kompatibel, was Nikon seitdem gebaut hat.

Eintritt in die Autofokus-Ära: AF und AF-D (1986 bis späte 1990er)

In den 1980er Jahren war Autofokus die neue Grenze. Anstatt das F-Bajonett zu verwerfen und von Grund auf neu zu entwickeln, um Platz für elektronische Autofokusmotoren zu schaffen, behielt Nikon das Bajonett unverändert bei und entwickelte eine geniale mechanische Lösung: das „Schraubenzieher“-Autofokussystem.

Bei diesen frühen AF-Objektiven war der Autofokusmotor komplett im Kameragehäuse eingebaut. Wenn man das Objektiv montierte, schob sich ein kleiner Flachkopfstift vom Kamerabajonett in eine entsprechende Schraubantriebsschlitz am Objektivrückteil. Während der Motor im Gehäuse lief, drehte er mechanisch die Glaselemente im Objektiv hin und her, um zu fokussieren. Das klingt kompliziert und ist es auch ein bisschen – das Fotografieren mit einem frühen AF-Objektiv erzeugt ein aggressives, schnelles mechanisches Surren. Aber es funktioniert wunderbar und ist auf professionellen Gehäusen wie der F4 oder F100 überraschend schnell.

1992 brachte Nikon die AF-D-Serie heraus. Das „D“ steht für Distance (Entfernung). Diese Objektive enthielten einen Mikrochip, der die tatsächliche Fokussierentfernung an das Kameragehäuse übermittelte, was die Genauigkeit der Matrixmessung und Blitzbelichtung enorm verbesserte. Wenn du 90er-Jahre-Filmkameras fotografierst, ist die Brücke zwischen Vintage-Charme und modernem Komfort so einfach wie der Griff zu ein paar klassischen Nikon AF-Objektiven. Sie haben immer noch physische Blendenringe, was sie zu großartigen Hybridoptionen macht, wenn du sie gelegentlich an einem manuellen Gehäuse verwenden möchtest.

Integrierte Motoren und moderne Technik: AF-S, G und E (1998 bis heute)

Das Schraubenzieher-Autofokussystem war zuverlässig, aber laut und hatte Grenzen, wie schnell es massive Teleobjektive bewegen konnte. Hier beginnt die AF-S-Ära. AF-S steht für Auto Focus-Silent. Diese Objektive verlagerten den Autofokusmotor endlich aus dem Kameragehäuse in das Objektiv selbst und nutzten dabei unglaublich schnelle und leise Silent Wave Motoren (SWM).

Da der komplexe Motor nun im Objektiv war, konnte Nikon erschwingliche, leichte Einsteiger-DSLRs ohne den internen Schraubenziehermechanismus anbieten. Diese Kameragehäuse, wie die D3000- oder D5000-Serie, sind vollständig auf Nikon AF-S-Objektive angewiesen, um zu fokussieren. Diese Ära brachte auch die etwas umstrittenen „G-Typ“-Objektive hervor. Anfang der 2000er Jahre entfernte Nikon den physischen Blendenring komplett und verlässt sich nun ausschließlich auf die Einstellräder des Kameragehäuses zur Blendensteuerung. Für Fans der vollständigen manuellen Kontrolle war das ein kleiner Rückschritt, aber es vereinfachte das Objektivdesign und sparte Gewicht.

Die jüngste Variante, der E-Typ (Electromagnetic), entfernte den mechanischen Blendenhebel am Objektivrückteil vollständig und ersetzte ihn durch eine vollelektronische Blendensteuerung. Das markiert das wahre Ende des mechanischen Erbes des F-Bajonetts, kurz bevor Nikon 2018 den großen Sprung zum spiegellosen Z-Bajonett wagte.

Dein perfektes F-Bajonett-Setup zusammenstellen

Was ich am Nikon F-System wirklich liebe, ist die Freiheit, Komponenten zu kombinieren. Du kannst ein topmodernes AF-S-Objektiv von 2010 an eine analoge F100 aus den 1990ern montieren, und es trifft jedes Mal Fokus und Belichtung perfekt. Umgekehrt kannst du ein stark abgenutztes AI-S-Prime-Objektiv von 1979 an ein modernes digitales Gehäuse setzen, in den manuellen Modus wechseln und Bilder mit jahrzehntealtem Vintage-Charakter aufnehmen.

Dein Equipment zusammenzustellen macht den halben Spaß aus. Ob du auf der Suche nach einem massiven, metallischen 50mm f/1.4 aus der AI-Ära bist oder ein Zoomobjektiv aus den 90ern suchst, um endlich deine geliebte Autofokus-35mm-Kamera auszuprobieren – der Gebrauchtmarkt ist für Nikon-Fans wie ein Süßwarenladen. Um dein nächstes Lieblingsobjektiv zu finden, kannst du hier im Shop eine schnelle Nikon F-Objektiv-Suche machen. Oder wenn du ein Gehäuse brauchst, kannst du immer nach einer klassischen Nikon-Spiegelreflexkamera suchen, um dein neues Setup zu vervollständigen.

Lass dich von der Buchstabensuppe der Objektivabkürzungen nicht einschüchtern. Sobald du die grundlegende Zeitlinie des F-Bajonetts verstehst, eröffnet sich dir eine unglaublich große, schöne und relativ erschwingliche Welt der Fotografie. Wähle eine Ära, die zu deinem Stil passt, finde ein passendes Objektiv und geh raus und fotografiere.

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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