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Kann man eine Vintage-Kamera im Regen benutzen? Schonende Plastikbeutel-Tricks

von Jens Bols 0 Kommentare
Can You Use a Vintage Camera in the Rain? Non-Invasive Plastic Bag Hacks - OldCamsByJens

Es gibt nichts Vergleichbares, als bei Regen auf Film zu fotografieren. Die Straßen spiegeln Neonlichter wider, die schweren Wolken wirken wie eine riesige Softbox und sorgen für perfekt gleichmäßiges Licht, und alle, die mit Regenschirmen unterwegs sind, verleihen deinen Aufnahmen sofort eine stimmungsvolle, filmische Atmosphäre. Ehrlich gesagt wurden einige meiner Lieblingsfilme von Portra und Cinestill bei absoluten Platzregen aufgenommen.

Aber es gibt einen Haken. Das erste Mal, als ich plötzlich in einen Sturm geriet, steckte ich meine Lieblings-Vintage-35mm-Kamera sofort unter meine Regenjacke und hielt sie wie ein neugeborenes Baby an meine Brust. Vintage-Kameras und Wasser vertragen sich normalerweise nicht. Die meisten dieser wunderschönen alten Metallgehäuse sind überhaupt nicht wetterfest. Wenn Wasser in den Verschlusswähler oder hinter die Objektivfassung gelangt, kann das einen defekten Belichtungsmesser, Rost an den inneren Federn oder schlimmer noch, Pilzbefall im Objektiv bedeuten.

Man könnte denken, die einzige Lösung sei, drinnen zu bleiben oder dreißig Euro für eine riesige, knisternde, professionelle Regenhülle auszugeben, die die Hälfte deiner Kameratasche einnimmt. Aber du brauchst keine professionelle Wetterabdichtung. Du brauchst nur einen Abstecher in deine Küchenschublade. Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, wie man mit einfachen Haushaltsgegenständen bei Regen fotografieren kann, ohne meine Vintage-Ausrüstung zu riskieren.

Warum Regen und Vintage-Kameras so schlecht zusammenpassen

Moderne professionelle Digitalkameras sind mit Gummidichtungen um jeden Knopf, jedes Einstellrad und jede Klappe ausgestattet. Man kann sie praktisch mit dem Gartenschlauch abspritzen. Vintage- SLR-Kameras und Messsucherkameras hingegen sind im Grunde mechanische Schwämme. Sie haben unversiegelte Nähte, winzige Spalten um den Filmtransporthebel und Stoffverschlussvorhänge, die sich verziehen und die lichtdichte Abdichtung ruinieren, wenn sie nass werden.

Elektronische Kameras aus den 80er und 90er Jahren, wie deine Lieblings-High-End- Point-and-Shoots, sind noch anfälliger. Ein einziger Wassertropfen, der in den motorisierten Zoom oder das Batteriefach gelangt, kann das gesamte System kurzschließen. Weil wir wollen, dass diese älteren Kameras noch Jahrzehnte halten, ist es unglaublich wichtig, das Gehäuse trocken zu halten. Aber mit einem Regenschirm in der einen Hand und dem manuellen Fokussieren eines Vintage-Objektivs in der anderen ist eine frustrierende, verschwommene Qual. Hier kommt die Plastiktüte ins Spiel.

Der klassische Ziploc-Beutel-Trick

Das ist die absolut beste DIY-Regenhülle, und sie kostet nur einen Bruchteil eines Cents. Dafür brauchst du einen großen Ziploc-Beutel mit einem Volumen von einem Gallone (am besten die Gefrierbeutel aus dickerem Plastik) und ein paar dicke Gummibänder.

So baust du das Ganze zusammen, ohne Klebeband zu verwenden, das unschöne Rückstände auf deinem Kameragehäuse hinterlässt.

  • Schritt eins: Umdrehen und reinlegen. Nimm deine Kamera und stecke sie so in den Ziploc-Beutel, dass der eigentliche Reißverschluss unten ist und zum Boden zeigt. Diese Öffnung ist der Bereich, in den du deine Hände schiebst, um Fokus, Blendenringe und den Auslöser zu bedienen.
  • Schritt zwei: Das Objektivloch ausschneiden. Drücke das Objektiv gegen die Innenseite des Beutels, sodass das Plastik leicht gedehnt wird. Halte die Mitte des Plastiks fest und schneide mit einer Schere ein kleines Loch hinein. Fang viel kleiner an, als du denkst, dass du es brauchst! Du willst dieses Loch vorsichtig über den vorderen Rand deines Objektivtubus ziehen, sodass es extrem eng sitzt.
  • Schritt drei: Mit einem Gummiband sichern. Sobald der Plastikrand über dem vorderen Rand deines Objektivs sitzt, wickelst du ein Gummiband mehrmals um den Tubus. So wird der Beutel fest am Objektiv fixiert, damit kein Wasser rückwärts über das Glas auf das Kameragehäuse laufen kann.
  • Schritt vier: Ein Loch für den Sucher machen. Wenn das Plastik zu verschwommen ist, um hindurchzusehen, drücke den Beutel fest gegen den Sucher deiner Kamera und steche vorsichtig einen kleinen Schlitz hinein, gerade groß genug zum Durchsehen. Die Augenmuschel verhindert normalerweise sowieso, dass Wasser hier eindringt, besonders da dein Gesicht dagegen gedrückt wird.

Das war’s. Du hast jetzt ein maßgeschneidertes, komplett wasserdichtes Gehäuse für deine Kamera. Wenn du fertig bist, kannst du den Beutel einfach abreißen und im Recycling entsorgen. Dein Kameragehäuse bleibt knochentrocken.

Der Hotel-Duschhauben-Trick

Wenn dir die Ziploc-Beutel-Methode zu viel Bastelarbeit ist, empfehle ich dir dringend, diese billigen, klaren Duschhauben zu horten, die Hotels im Bad bereitstellen. Ich habe immer eine in der Seitentasche meiner Kameratasche.

Wenn es anfängt zu nieseln, ziehst du einfach das Gummiband der Duschhaube über die gesamte Kamera, sodass nur das Objektiv herausragt. Das Gummiband schmiegt sich instinktiv an den Objektivtubus und hält das Wasser draußen, während die restliche, lockere Haube den Kamerakörper bedeckt. Weil die Haube so locker sitzt, kannst du problemlos darunter greifen, um die Einstellräder und den Auslöser zu bedienen. Das ist eine fantastische Option für leichten Regen oder neblige, feuchte Tage, an denen du nur Kondensation vom Metall fernhalten willst.

Schutz des vorderen Elements deines Objektivs

Der Plastikbeutel hält das Gehäuse trocken, aber was ist mit dem Glas? Wenn Regen auf das vordere Element deines Objektivs trifft, sehen deine Fotos aus, als wären sie durch eine unscharfe Waschmaschine aufgenommen worden. Schlimmer noch: Das nasse Hemd auszuziehen, um den Regen aggressiv von der Vintage-Objektivbeschichtung zu reiben, ist ein sicherer Weg, das Glas dauerhaft zu zerkratzen.

Deshalb musst du die Front deines Objektivs schützen. Die Kombination aus einem einfachen UV-Filter und einer soliden Gegenlichtblende ist dein bester Schutz gegen schlechtes Wetter.

Die Gegenlichtblende wirkt wie ein kleiner Regenschirm oder ein Vordach für dein Glas. Solange du die Kamera nicht direkt zum Himmel hältst, blockiert eine tiefe Metall- oder Kunststoffblende 90 Prozent der Regentropfen, bevor sie dein Objektiv berühren.

Für die Tropfen, die es trotzdem durch die Blende schaffen, nimmt ein klarer Glasfilter den Schlag ab. Es ist viel sicherer, einen günstigen Filter mit einem Mikrofasertuch abzuwischen, als Schmutz und Wasser in dein wunderschönes Vintage-50mm-Objektiv zu reiben. Ich nehme meine Kameras bei schlechtem Wetter nie ohne Frontglasschutz mit raus.

Wie du deine Ausrüstung nach einem Regenshooting behandelst

Einer der größten Fehler beim Fotografieren bei schlechtem Wetter passiert, wenn man wieder drinnen ist. Du kommst herein, ziehst deine kalten, nassen Schuhe aus und lässt deine Kamera in der leicht feuchten Tasche liegen. So lädst du Pilzbefall ein, der deine Ausrüstung zerstört.

Wenn du von der kalten, feuchten Luft draußen in die warme, geheizte Luft deiner Wohnung kommst, kann sich Kondensation im Kameragehäuse und in den Linsenelementen bilden. Zieh sofort die Plastik-Regenhülle ab. Wische die Kamera komplett mit einem trockenen Handtuch ab, um alle Tropfen zu entfernen. Nimm zur Sicherheit den Akku heraus. Dann lass die Kamera auf einem Tisch in einem trockenen Raum liegen, damit die versteckte Feuchtigkeit langsam verdunsten kann.

Stecke eine leicht feuchte Kamera niemals zurück in eine gepolsterte Kameratasche und benutze auf keinen Fall einen heißen Föhn für deine Vintage-Ausrüstung. Hohe Hitze kann die inneren Schmierstoffe schmelzen oder verschieben, die deine alte Kamera geschmeidig am Laufen halten.

Bist du bereit, den Elementen zu trotzen?

Regentage bieten einige der dramatischsten Lichtverhältnisse und interessantesten Texturen, die du je finden wirst. Mit einer Plastiktüte und ein bisschen gesundem Menschenverstand ist deine Ausrüstung völlig sicher. Wenn du ein Setup für Regentage aufbauen möchtest, ist es eine gute Idee, einige wichtige Zubehörteile zu besorgen. Ein guter klarer Filter ist ein Muss, um Wasser von deinen Vintage-Objektiven fernzuhalten, also schau dir hochwertige UV-Filter zum Schutz deines Glases an. Eine tiefe Gegenlichtblende hält die lästigen Regentropfen komplett aus deinem Bild. Und wenn dein alter Ledernackenriemen durch das Wetter durchnässt und ruiniert wird, macht ein strapazierfähiger Nylon- oder Paracord-Kameragurt im Nassen einen großen Unterschied. Schließlich, wenn du einen zuverlässigen Ersatzkörper möchtest, der kleinere Wettereinflüsse aushält, ohne die Elektronik zu beschädigen, ist eine vollmechanische SLR-Kamera definitiv die beste Wahl. Bleib trocken da draußen und mach weiter Fotos!

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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