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Canon FD vs. Canon EF: Das große Bajonettwechsel-Jahr 1987 verstehen

von Jens Bols 0 Kommentare
Canon FD vs. Canon EF: Understanding the Great Mount Change of 1987 - OldCamsByJens

Jeder Vintage-Kamera-Fan stößt früher oder später auf genau dasselbe verwirrende Szenario. Man stöbert in einem Secondhand-Laden, scrollt durch ein Online-Angebot oder wühlt auf dem Dachboden eines Verwandten und entdeckt ein wunderschönes Vintage-Canon-Objektiv. Es fühlt sich solide an, das Glas sieht sauber aus, und man denkt sich: „Perfekt, ich setze das einfach auf meine moderne Canon DSLR.“

Zu Hause angekommen, richtet man die roten Punkte aus, versucht es aufzuschrauben, und... nichts. Es passt nicht. Nicht einmal ansatzweise.

Willkommen im Jahr 1987. Wenn du in die Welt der Filmfotografie eintauchst oder Vintage-Objektive adaptieren möchtest, ist das Verständnis des Unterschieds zwischen dem Canon FD- und dem Canon EF-Objektivanschluss ein entscheidendes Ritual. Es geht nicht nur um zwei verschiedene Metallringe – es ist wohl der dramatischste und kontroverseste Technologiewechsel in der Geschichte der Fotografie. Lass uns aufschlüsseln, was passiert ist, warum die Leute so wütend waren und welches System heute am sinnvollsten für dich ist.

Die goldene Ära: Der Canon FD-Anschluss

Der 1971 zusammen mit der legendären Canon F-1 Profi-Kamera eingeführte FD-Anschluss war das Rückgrat von Canons manueller Fokus-Glanzzeit. Wenn du an eine klassische Filmkamera der 1970er oder 1980er Jahre denkst – etwas Schweres, Metallisches und unglaublich befriedigend zu halten – dann stellst du dir wahrscheinlich eine FD-Anschluss-Kamera wie die ikonische Canon AE-1, die A-1 oder die FTb vor.

FD-Objektive sind vollständig mechanische Meisterwerke. Wenn du auf die Rückseite eines FD-Objektivs schaust, siehst du eine Ansammlung kleiner Metallhebel und Stifte. Diese mechanischen Verbindungen verbinden das Objektiv physisch mit dem Kameragehäuse, um der Kamera mitzuteilen, welche Blende du gewählt hast, und um die Blendenlamellen genau dann zu schließen, wenn du den Auslöser drückst.

Es gibt tatsächlich zwei Varianten des FD-Anschlusses, auf die du stoßen wirst:

  • Der originale Breech-Lock FD: Diese älteren Objektive erkennt man leicht an einem silbernen Verriegelungsring nahe dem Anschluss. Statt das ganze Objektiv auf die Kamera zu drehen, drückst du das Objektiv flach gegen den Anschluss und drehst nur den silbernen Ring, um es fest zu verriegeln. Viele Puristen lieben das, weil es keinerlei Reibung zwischen Objektiv und Kameragehäuse gibt, was bedeutet, dass es praktisch nie verschleißt.
  • Der „Neue FD“ (FDn): 1979 eingeführt, aktualisierte Canon das Design, sodass du das gesamte Objektiv zum Anbringen drehst, das mit einem Klick einrastet wie ein moderner Bajonettanschluss. Der silberne Ring wurde durch einen kleinen quadratischen Entriegelungsknopf am Objektiv ersetzt. Mechanisch sind sie mit den Breech-Lock-Objektiven kompatibel – sie fühlen sich nur moderner beim Anbringen an.

FD-Objektive haben heute eine riesige Fangemeinde. Sie bieten diesen butterweichen manuellen Fokussierweg, den moderne Autofokus-Objektive einfach nicht nachahmen können. Außerdem verleihen sie den Bildern eine unverwechselbare, leicht weichere, charaktervolle Wiedergabe, die digitale Kreative lieben.

1987: Der große Verrat und der EF-Anschluss

Mitte der 1980er Jahre änderte sich die Kameratechnologie rasant. Autofokus war kein Gimmick mehr, sondern die unvermeidliche Zukunft der Fotografie. Canons größter Konkurrent, Nikon, hatte beschlossen, ihren klassischen F-Anschluss beizubehalten und einfach eine mechanische Schraubantrieb-Technologie einzubauen, um die Objektive anzutreiben.

Canon sah sich die Lage an, erkannte, dass die mechanischen Verbindungen des FD-Systems ein massives Hindernis für zukünftige Technologien waren, und entschied sich für etwas völlig Ungehörtes: Sie verbrannten die Schiffe.

1987 stellte Canon das EOS-System (Electro-Optical System) zusammen mit dem brandneuen EF (Electro-Focus)-Anschluss vor. Der EF-Anschluss war ein radikaler Bruch mit allem, was zuvor kam. Er war komplett elektronisch. Statt mechanischer Hebel für Blende und Fokus verfügten die neuen EF-Objektive über eine Reihe goldener elektronischer Kontakte. Die gesamte Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv erfolgte digital, und vor allem waren die Autofokus-Motoren direkt im Objektiv eingebaut, nicht im Kameragehäuse.

Technologisch war das brillant. Kommerziell? Es löste einen absoluten Aufruhr aus. Berufsfotografen, die zehntausende Dollar in Canon FD-Objektive investiert hatten, wurden plötzlich informiert, dass ihre Objektive auf keinen der neuen Autofokus-Kameras nativ passen würden. Canon verwaiste über Nacht Millionen treuer Nutzer.

Doch die Wette zahlte sich aus. Weil Canon von Grund auf mit einem größeren Bajonettdurchmesser und rein elektronischer Kommunikation begann, wurde ihr Autofokus-System in den folgenden Jahrzehnten schneller, leiser und deutlich fortschrittlicher als die Konkurrenz. Der EF-Anschluss wurde der unangefochtene König der DSLR-Ära, der von 1987 bis in die moderne digitale Zeit regierte.

Warum du FD nicht einfach auf EF adaptieren kannst (Das Bajonett-Abstand-Problem)

Warum kannst du also nicht einfach einen günstigen Metallring auf das alte manuelle FD-Objektiv deines Vaters setzen und es an deiner Canon DSLR aus den 2010ern verwenden? Das liegt an einem technischen Begriff namens „Bajonett-Abstand“ (Flange Focal Distance).

Das ist einfach der Abstand vom Metallanschluss an der Kamera bis zur Filmebene (oder zum digitalen Sensor). Damit ein Objektiv richtig fokussiert – besonders auf unendlich – muss es genau den Abstand zum Film/Sensor haben, für den es konstruiert wurde.

Der Bajonett-Abstand des alten manuellen FD-Anschlusses beträgt 42 mm. Der Bajonett-Abstand des neueren EF-Anschlusses beträgt 44 mm. Das klingt nicht nach viel, aber in der Optik sind zwei Millimeter eine Welt.

Wenn du versuchst, ein FD-Objektiv an eine EF-Kamera zu setzen, sitzt das Objektiv zu weit vom Sensor entfernt. Es wirkt wie ein winziges Makro-Verlängerungsrohr, wodurch das Objektiv nur noch auf wenige Meter Entfernung fokussieren kann. Um das zu beheben, bauen Adapterhersteller ein kleines Korrekturglas in FD-zu-EF-Adapter ein. Leider wirkt diese billige Lupe wie ein minderwertiger Telekonverter, verschlechtert die legendäre Schärfe des Vintage-Objektivs und verfälscht seinen schönen Charakter. Ehrlich gesagt lohnt sich das nicht.

Die moderne spiegellose Renaissance

Wenn die Adaptierung von FD auf EF-DSLRs keine gute Idee ist, warum sind FD-Objektive gerade so unglaublich beliebt? Die Antwort sind spiegellose Kameras.

Da spiegellose Kameras keinen Spiegelkasten wie eine DSLR haben, sind ihre Bajonett-Abstände extrem kurz (meist zwischen 18 mm und 20 mm). Das bedeutet, es gibt genug Platz, um ein hohles Metalladapterrohr zwischen Kamera und Vintage-Objektiv zu setzen, um die magischen 42 mm zu erreichen. Kein Korrekturglas nötig.

Heute kannst du klassische manuelle FD-Objektive problemlos und perfekt an Sony E, Fujifilm X, Panasonic Lumix und sogar Canons aktuelle RF-Spiegellose adaptieren. Das hat die Popularität alter Canon-Manuell-Objektive enorm gesteigert.

Welches System solltest du wählen?

Die Wahl zwischen FD und EF hängt wirklich davon ab, welche Art von Fotografie-Erlebnis du suchst.

Wenn du den reinen, haptischen, entschleunigten Vintage-Prozess suchst, ist das FD-System unschlagbar. Kameras wie die AE-1 Program oder die Canon A-1 sind wunderschöne Maschinen. Ein Set manueller Festbrennweiten aufzubauen, gibt dir eine greifbare Verbindung zum Handwerk. Und wenn du gerade keinen Film benutzt, kannst du dieselben Objektive an ein modernes spiegelloses System adaptieren und beeindruckende, kinoreife Ergebnisse erzielen.

Wenn du hingegen auf Nutzen und Geschwindigkeit setzt, ist das EF-System ein Kraftpaket. Du kannst Canon EOS-Filmkameras aus den späten 90ern oder frühen 2000ern (wie die EOS Elan 7 oder die Rebel 2000) praktisch für kleines Geld bekommen. Der große Vorteil ist, dass jedes moderne Canon EF-Objektiv, das du für eine digitale DSLR kaufst, perfekt an diesen 35-mm-Filmkameras funktioniert – mit unglaublich schnellem Autofokus und Bildstabilisierung.

Wenn du bereit bist, dein eigenes klassisches Set zusammenzustellen, egal ob du dich zum haptischen Charme des manuellen Fokus oder zur blitzschnellen Bequemlichkeit elektronischer Objektive hingezogen fühlst, musst du nicht weit suchen. Schau dir unser umfangreiches Vintage-Sortiment an und stöbere durch unsere sorgfältig getesteten Canon FD-Objektive, um sie mit einem klassischen Metallgehäuse zu kombinieren. Wenn du eine moderne DSLR benutzt oder einen nahtlosen Übergang zu einer späten Filmkamera suchst, führen wir auch eine fantastische Auswahl zuverlässiger Canon EF-Objektive. Ein zusätzliches Brennweitenobjektiv ist der einfachste Weg, deine kreative Routine aufzufrischen.

Beide Systeme repräsentieren unterschiedliche, wunderschöne Epochen in Canons Geschichte. Der Wechsel 1987 war damals vielleicht eine chaotische Trennung, aber für moderne Fotografen bedeutet das einfach, dass wir zwei komplett verschiedene und wunderbare Ökosysteme von Vintage-Objektiven zum Spielen haben. Wähle das System, das zu deinem Stil passt, lade einen frischen Film ein und geh raus, um Kunst zu schaffen.

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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