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Klappert Ihr Vintage-Objektiv? Lassen Sie uns über lose Elemente sprechen

von Jens Bols 0 Kommentare
Does Your Vintage Lens Rattle? Let's Talk About Loose Elements - OldCamsByJens

Wir kennen das alle. Endlich hast du das Vintage-50mm f/1.4 gefunden, das du schon seit Monaten im Auge hast. Der Postbote bringt das Paket, du reißt das Klebeband auf wie ein Kind an Weihnachten, ziehst das Objektiv aus der Luftpolsterfolie und machst den sanften Schütteltest. Plötzlich sinkt dir das Herz in die Hose. Du hörst ein Geräusch.

Rasseln, Klirren, Klunkern.

Gleich denkst du das Schlimmste. Die Post hat es gegen die Wand geworfen. Der Verkäufer hat dich betrogen. Das Objektiv ist total kaputt, das Glas zerbrochen, und dein Geld ist weg. Bevor du es wieder in die Schachtel packst und wütend eine Rückerstattung anforderst, atme tief durch. Ein rasselndes Geräusch in einem Vintage-Objektiv bedeutet nicht immer, dass etwas kaputt ist. Je nach Marke und Modell des Objektivs kann ein bisschen Geräusch völlig normal sein.

Ich werde ständig zu rasselnden Objektiven gefragt und erinnere mich genau, wie stressig es war, als ich anfing, ältere Gläser zu kaufen. Lass uns erklären, warum Objektive überhaupt Geräusche machen, wie man ein harmloses Rasseln von einem wirklich lockeren optischen Element unterscheidet und was zu tun ist, wenn tatsächlich ein Problem vorliegt.

Nicht nur „Glasblöcke“

Um zu verstehen, warum Vintage-Objektive Geräusche machen, musst du dir überlegen, was eigentlich in ihnen steckt. Wenn du ein modernes, wetterfestes digitales Autofokus-Objektiv hältst, fühlt es sich oft solide und stark gedämpft an. Moderne Fertigung verwendet viel Kunststoff, Gummidichtungen und eng gepackte Elektromotoren, die Geräusche absorbieren.

Vintage-Objektive mit manuellem Fokus sind anders gebaut. Sie sind Wunderwerke rein mechanischer Ingenieurskunst. In diesem Metallgehäuse drehen sich Helicoide gegeneinander, Blendenlamellen öffnen und schließen, winzige Kugellager sorgen für das befriedigende Klickgeräusch der Blende, und Federn stehen unter Spannung. Glaselemente werden von verschraubten Metallringen gehalten. Über vierzig oder fünfzig Jahre trocknen Schmiermittel aus, wodurch die Metall-auf-Metall-Geräusche deutlicher werden. Du hältst im Grunde ein kompliziertes Uhrwerk in der Hand, das zufällig Licht fokussiert.

Die guten Rasselgeräusche: Wenn Geräusche völlig normal sind

Glaub es oder nicht, ein großer Teil der Vintage-Objektive hat ab Werk ein natürliches Rasseln. Wenn du ein sehr leichtes, hochfrequentes Klick- oder Klopfgeräusch hörst, hörst du wahrscheinlich nur die normalen internen Mechaniken.

Der häufigste Übeltäter ist der Blendenstopp-Pin. Wenn du schon mal mit einem M42-Schraubgewinde-Objektiv wie einem klassischen Super Takumar fotografiert hast, weißt du genau, wovon ich spreche. Diese Objektive haben einen kleinen Metallstift an der Rückseite. Wenn die Kamera auslöst, drückt sie diesen Stift, um die Blendenlamellen physisch zu schließen. Dieser Stift ist mit einem langen, federbelasteten Hebel im Objektivgehäuse verbunden. Wenn das Objektiv nicht an der Kamera ist, schwebt dieser Hebel praktisch frei. Schüttle das Objektiv, und der Hebel klopft gegen das Metallgehäuse. Es klingt genau wie ein loses Metallstück, weil es technisch gesehen auch eins ist. Aber sobald du das Objektiv an der Kamera montierst und der Stift gedrückt wird, verschwindet das Rasseln wie von Zauberhand.

Ein weiteres normales Geräusch kommt vom Blendenring selbst. Das Klickgefühl beim Verstellen der Blende entsteht durch ein mikroskopisch kleines Stahlkugellager, das zwischen kleinen Vertiefungen in einem Metallring springt. Wenn das Fett, das das Kugellager normalerweise polstert, über die Jahrzehnte ausgetrocknet ist, kann das Lager beim Schütteln des Objektivs leicht rasseln.

Schließlich haben manche Objektive „schwebende Elemente“. Das ist häufiger bei modernen Autofokus-Objektiven oder komplexen optischen Konstruktionen wie Makro-Objektiven, bei denen eine bestimmte Linsengruppe unabhängig bewegt wird, um die Schärfe bei Nahfokus zu korrigieren. Wenn das Objektiv nicht an der Kamera ist, haben diese magnetischen oder mechanischen Gruppen keine Spannung oder Kraft, sodass sie frei herumrutschen. Das erzeugt meist ein völlig normales, dumpfes Klopfen.

Die schlechten Rasselgeräusche: Ein lockeres Element erkennen

Wir wissen also, dass leichte Klopfer, metallische Klirren und rasselnde Blendenstifte meist unbedenklich sind. Aber wie klingt ein wirklich loses Glaselement?

Ein loses Linsenelement klingt schwer. Es klingt nicht wie eine Büroklammer, die in einer Blechdose klappert, sondern wie ein dickes, sich verschiebendes Gewicht. Meist ist es ein tieferes, kräftiges „Klunk“. Wenn du das Objektiv ans Ohr hältst und es erst gerade nach oben zur Decke und dann gerade nach unten zum Boden neigst, kannst du oft eine leichte physische Verschiebung im Objektivgehäuse spüren, die zum Geräusch passt.

Warum wird Glas locker? Fast immer liegt es an den Halteringen. Das Glas sitzt normalerweise in Metallfassungen im Gehäuse, und ein verschraubter Metallring wird fest auf das Glas geschraubt, um es gegen die Fassung zu drücken. Über vierzig Jahre mit Temperaturschwankungen – heiße Sommer, kalte Winter und ständige Mikrovibrationen durch Transport in Rucksäcken und Autos – können diese Gewinderinge sich langsam lösen.

Manchmal ist ein loses Element auch das Ergebnis eines Vorbesitzers, der das Objektiv geöffnet hat, um Pilz oder Trübung zu entfernen. Wenn er die Halteringe beim Zusammenbau nicht fest genug angezogen hat, wackelt das Glas.

Wie du dein Objektiv zu Hause testen kannst

Wenn du vermutest, dass ein Element locker ist, musst du es nicht sofort in eine teure Werkstatt bringen. Du kannst ein paar einfache, ungefährliche Tests zu Hause machen, um herauszufinden, was los ist.

  • Der Blendentest: Drehe den Blendenring, während du das Objektiv sanft schüttelst. Verändert sich das Geräusch oder hört es bei einer bestimmten Blendenzahl auf? Wenn ja, hörst du einen Blendenhebel oder eine Lamelle, nicht Glas.
  • Der Fokussierungstest: Drehe den Fokusring ganz auf unendlich. Schüttle es sanft. Dann drehe ihn ganz auf den Nahbereich. Schüttle es erneut. Hörst du das schwere Klunkern an beiden Enden? Glaselemente bleiben meist in Bezug auf ihre Gruppen fixiert, also wenn das schwere Geräusch unabhängig von der Fokussierentfernung bleibt, hat sich wahrscheinlich ein Haltering gelöst.
  • Die Sichtprüfung: Nimm die vorderen und hinteren Objektivdeckel ab. Halte das Objektiv unter eine helle Schreibtischlampe. Richte es erst zur Decke, dann zum Boden, während du durch das Glas schaust. Siehst du, wie sich ein Glaselement sichtbar vom Metallrand abhebt? Wenn du eine sichtbare Öffnung und Schließung im Gehäuse erkennst, hast du definitiv ein loses Element.
  • Der Dezentrierungstest: Montiere das Objektiv an deine Kamera und fotografiere eine komplett flache, strukturierte Oberfläche wie eine Backsteinwand (achte darauf, dass du perfekt parallel zur Wand bist). Verwende eine weit geöffnete Blende. Wenn die linke Seite deines Fotos messerscharf ist, die rechte Seite aber aussieht, als wäre sie mit Vaseline verschmiert, hat dein Objektiv ein optisches Dezentrierungsproblem. Ein loses, schief stehendes Glaselement ist die Hauptursache dafür.

Kann man das reparieren?

Absolut. Wenn du bestätigt hast, dass ein Element locker ist, wirf das Objektiv nicht weg. In den allermeisten Fällen ist nichts dauerhaft kaputt.

Wenn das lose Element ganz vorne oder ganz hinten im Objektiv sitzt, ist die Reparatur oft unglaublich einfach. Du brauchst nur einen Objektivöffner oder ein Gummireibwerkzeug. Du findest den losen Ring mit den zwei kleinen Kerben, setzt das Werkzeug an und ziehst ihn vorsichtig wieder fest, bis das Glas nicht mehr wackelt. Die Reparatur dauert buchstäblich dreißig Sekunden.

Wenn das lose Element tief im Inneren des Objektivkerns sitzt, musst du das Gehäuse auseinanderbauen, um es zu erreichen. Wenn du dich nicht wohl dabei fühlst, winzige Schrauben zu entfernen und mechanische Federn im Blick zu behalten, empfehle ich dringend, es zu jemandem zu schicken, der das schon gemacht hat, damit du nicht versehentlich den Blendenmechanismus zerstörst.

Wenn du dein Vintage-Kamera-Set aufbaust, gehören eigenwillige Mechaniken einfach zum Charme dazu. Wenn du zuverlässige, schöne alte Gläser zu deiner Sammlung hinzufügen möchtest (hoffentlich ohne überraschende schwere Rasselgeräusche), kannst du hier einige tolle Optionen durchstöbern: Suche nach manuellen Fokus-Objektiven. Schnapp dir ein spaßiges 50mm, genieße die mechanischen Geräusche von Vintage-Ausrüstung und konzentriere dich darauf, das Fotografieren zu genießen.

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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