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85mm vs. 135mm: Die beste Teleobjektiv-Wahl für Porträts herausfinden

von Jens Bols 0 Kommentare
85mm vs. 135mm: Figuring Out the Best Telephoto Lens for Portraits - OldCamsByJens

Als ich anfing, mich ernsthaft mit Porträtfotografie auf Film zu beschäftigen, klebte ich praktisch an meinem 50mm-Objektiv. Es ist aus gutem Grund der klassische Einstiegspunkt. Aber nach ein paar Monaten, in denen ich die Kamera unangenehm nah an die Gesichter der Menschen hielt, um Kopfporträts zu machen, wurde mir klar, dass ich eine längere Brennweite brauchte. Ich wollte diesen wunderschönen, cremigen Hintergrundunschärfe-Effekt und eine schmeichelhaftere Perspektive. Genau dann steht man unvermeidlich an der großen Teleobjektiv-Kreuzung: Investiert man in ein 85mm oder ein 135mm-Objektiv?

Beide Brennweiten sind in der Welt der Porträtfotografie legendär. Frag zehn verschiedene Fotografen, welches besser ist, und du bekommst zehn unterschiedliche, leicht hitzige Antworten. Nachdem ich ausgiebig mit Vintage-Versionen beider gearbeitet habe, kann ich dir sagen, dass keines objektiv besser ist, aber sie definitiv völlig unterschiedliche Stimmungen, Herausforderungen und Preisschilder bieten. Lassen wir uns die Unterschiede aufschlüsseln, damit du herausfinden kannst, was einen Platz in deiner Kameratasche verdient.

Das 85mm: Der König der Verbindung

Das 85mm ist wohl das am besten ausbalancierte Porträtobjektiv, das je entworfen wurde. Wenn du ein 85mm an deine Kamera montierst, fällt dir als Erstes der Arbeitsabstand auf. Er ist genau richtig. Du trittst ein paar Schritte zurück von deinem Motiv, um eine wunderschöne Halbporträtaufnahme zu machen, bist aber immer noch nah genug, um ein normales Gespräch zu führen. Du musst keine Anweisungen rufen und behältst eine echte, menschliche Verbindung zu der Person, die du fotografierst.

Optisch macht ein 85mm einen fantastischen Job, dein Motiv zu isolieren, ohne die Umgebung komplett auszulöschen. Wenn du mit einer größeren Blendenöffnung wie f/1.8 oder f/2 fotografierst, verschmilzt der Hintergrund zu einem sanften Bokeh, aber du kannst den Kontext, wo du bist, immer noch vollständig erfassen. Eine belebte Stadtstraße sieht immer noch wie eine Stadtstraße aus, nur wunderbar unscharf.

Es ist auch unglaublich vielseitig. Du kannst ein 85mm tatsächlich drinnen verwenden. Wenn du in einem ausreichend großen Wohnzimmer, einem Café oder einem kleinen Heimstudio fotografierst, kannst du physisch weit genug zurücktreten, um die Aufnahme zu machen. Versuch das mal mit einer längeren Brennweite, und du wirst dich an eine Wand gedrückt wiederfinden, mit nur genug Platz, um die Nase deines Motivs zu fotografieren.

Das 135mm: Der Hintergrund-Schmelzer

Wenn das 85mm gesprächig ist, ist das 135mm dramatisch. Dieses Objektiv ist ein purer, unverfälschter Hintergrund-Schmelzer. Da es ein längeres Teleobjektiv ist, kannst du mit einem Phänomen namens Objektivkompression spielen. Im Grunde scheint ein 135mm den Hintergrund viel näher an dein Motiv heranzuziehen und gleichzeitig die Gesichtszüge auf eine unglaublich schmeichelhafte Weise abzuflachen.

Mit einem 135mm kannst du einen chaotischen, ablenkenden Hintergrund wie einen belebten Park oder einen unordentlichen Parkplatz in einen glatten, abstrakten Farbwisch verwandeln. Die Trennung zwischen Motiv und Hintergrund ist intensiv. Wenn du diesen High-End-Fashion- oder filmischen Isolationslook willst, liefert dir diese Brennweite das in Hülle und Fülle.

Aber es gibt einen Haken: den Arbeitsabstand. Um eine Ganzkörper- oder sogar Halbporträtaufnahme mit einem 135mm zu machen, musst du ziemlich weit von deinem Motiv entfernt stehen. Du verlierst diese stille Intimität. „Bewege deine linke Schulter runter!“ wirst du über den Bürgersteig rufen. Das macht das Anweisen etwas schwieriger, und drinnen zu fotografieren ist so gut wie unmöglich, es sei denn, du arbeitest in einem Flugzeughangar.

Manuellen Fokus bei Teleobjektiven meistern

Wenn du mit einer Vintage-Filmkamera fotografierst oder alte manuelle Objektive an dein digitales Setup adaptierst, ist der Fokus etwas, das du stark berücksichtigen musst. Je länger die Brennweite und je größer die Blende, desto dünner wird deine Schärfenebene.

Das manuelle Fokussieren eines 85mm ist definitiv schwieriger als bei einem 35mm oder 50mm, aber mit etwas Übung und einem guten Split-Prisma-Fokussierbildschirm ist es gut machbar. Ein 135mm hingegen verlangt absolute Präzision. Wenn du ein Vintage 135mm f/2.8 bei Offenblende benutzt, ist die Schärfentiefe messerscharf. Manchmal bedeutet das Fokussieren auf das Auge deines Motivs, dass die Nasenspitze und die Ohren schon unscharf sind. Es erfordert viel Geduld, und eine leichte Vor- oder Rückbewegung von dir oder deinem Motiv kann die Aufnahme ruinieren.

Die Realität des Vintage-Marktes: Verfügbarkeit und Preis

Hier hört die Debatte auf, nur um Kunst zu gehen, und wird zur Budgetfrage. Wenn du Vintage-Objektive aus den 70er und 80er Jahren von Marken wie Canon, Nikon, Pentax oder Minolta suchst, ist der Markt für diese beiden Brennweiten komplett unterschiedlich.

Ein 85mm-Objektiv war schon immer ein spezielles Porträtobjektiv. Hersteller haben weniger davon produziert, und da sie heute so beliebt sind, kann ein Vintage 85mm f/1.8 oder f/2 leicht ein paar hundert Euro kosten. Sie sind sehr begehrt, und gute Exemplare verkaufen sich schnell.

Andererseits war das 135mm jahrzehntelang das Standard-"Kit-Teleobjektiv". Fast jeder, der damals eine SLR kaufte, holte sich irgendwann ein 135mm f/2.8 oder f/3.5. Da Millionen davon hergestellt wurden, gibt es heute eine riesige Auswahl an Vintage-135mm-Objektiven. Du findest oft wunderschön gebaute, unglaublich scharfe 135mm-Objektive für einen Bruchteil des Preises eines 85mm. Wenn du knapp bei Kasse bist und tolle Porträts machen willst, ist das 135mm der ultimative Budget-Trick.

Welches solltest du wählen?

Die Entscheidung zwischen diesen beiden hängt davon ab, wie und wo du fotografierst.

  • Wähle das 85mm, wenn: Du ein vielseitiges, alltägliches Porträtobjektiv möchtest. Du fotografierst eine Mischung aus Innen- und Außenporträts, bleibst gerne nah bei deinen Motiven und magst es, ein bisschen Umgebungs-Kontext in deinen unscharfen Hintergründen zu lassen.
  • Wähle das 135mm, wenn: Du fast ausschließlich draußen fotografierst, du ablenkende Hintergründe komplett auslöschen möchtest, maximale Gesichts-Kompression willst oder Geld sparen möchtest, indem du absolute Schnäppchen auf dem Vintage-Markt findest.

Persönlich ist mein 85mm fast dauerhaft an meiner Kamera für Lifestyle-Porträts, aber wann immer ich pure, filmische Hintergrundtrennung im Außenbereich will, kommt das 135mm aus der Tasche.

Bist du bereit, dein Porträtspiel zu verbessern? Wir testen und restaurieren eine Menge fantastischer Vintage-Objektive. Du kannst unsere verfügbaren 85mm-Objektive durchstöbern, um die perfekte, vielseitige Porträtbrennweite zu finden. Oder, wenn du unglaubliche Hintergrundunschärfe willst, ohne dein Budget zu sprengen, schau dir unsere Sammlung von 135mm-Objektiven an und finde die perfekte Vintage-Variante für dein Kamerasystem.

This article is translated from English. If there are any mistakes in the translation, please view the English original here .
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